Das Journal

Brillanz ohne Schatten —
Meine Haltung zu konfliktfreien Diamanten

Es gibt eine Frage, die ich mir bei jedem einzelnen Stein stelle, lange bevor er in eine Fassung kommt: Woher kommst du – und um welchen Preis? Wahre Schönheit trägt Verantwortung. Ein Diamant sollte ein reines Symbol der Liebe sein, frei von der Last einer dunklen Vergangenheit.

Was am Familientisch begann

Ich komme aus einer Juweliersfamilie. Bei uns wurde nicht nur über Schliff und Karat gesprochen, sondern über den ganzen Weg eines Steins: über De Beers und die Minen, über die Schleifereien von Surat, in denen aus einem rohen Kristall mit unzähligen Handgriffen ein Meisterwerk wird. Dieser Weg – vom Fels bis zu dem Moment, in dem ein Diamant mit Meisterhand in ein Collier gesetzt wird – ist lang und zutiefst global. An ihm hängen unzählige Talente und Hände. Für mich war früh klar: Keine einzige davon darf für meinen Glanz ausgebeutet werden.

„Kein Profit der Welt ist das Blut eines Menschen wert."

Das ist keine Marketingzeile, sondern die Überzeugung, auf der dieses Haus steht. Verantwortung lässt sich nicht allein auf den Konsumenten abwälzen. Jeder in der Kette – Mine, Schleiferei, Händler, Werkstatt, Boutique – trägt seinen Teil. Ethisches Handeln ist kein Bonus, den man dem Käufer aufbürdet, sondern die Pflicht aller Beteiligten.

Was selten jemand sagt: die Grenzen von „konfliktfrei"

Der Kimberley-Prozess ist eine der großen Errungenschaften meiner Branche. Seit 2003 erfasst er den Handel mit Rohdiamanten, und heute laufen über 99,8 Prozent aller Diamanten weltweit durch dieses System. Dass die EU und praktisch alle produzierenden Länder Mitglied sind, ist ein beispielloser Beweis dafür, dass internationale Zusammenarbeit funktionieren kann.

Und doch will ich ehrlich sein: „Konfliktfrei" meint heute vor allem das Fehlen von Diamanten, mit denen Rebellengruppen den Sturz von Regierungen finanzieren – die enge Definition aus den Bürgerkriegen in Sierra Leone, Angola und Liberia, die viele aus dem Film „Blood Diamond" kennen. Das ist eine wichtige Basis, für mich aber erst der Anfang. Konfliktfrei muss in Zukunft breiter gedacht werden: faire Arbeitsbedingungen, ökologische Verantwortung, eine wirklich lückenlose Kette. Ich bin überzeugt, dass gerade Steine über einem Karat bald über fälschungssichere, digitale Verfahren – bis hin zur Blockchain – vom Fundort bis zur Fassung zurückverfolgbar sein sollten. Die Digitalisierung der Zertifikate ist ein erster Schritt; die Industrie wird sich weiterentwickeln, und die Regulierung mit ihr.

Was das konkret bei Rosé bedeutet

Haltung zeigt sich nicht im Versprechen, sondern im Tun. Deshalb arbeite ich ausschließlich mit vorab geprüften Werkstätten zusammen, die ihre Diamanten von zertifizierten Händlern beziehen – und ich kontrolliere die bestehenden Zertifikate regelmäßig, nicht nur ein einziges Mal. Jede Lieferung trägt die schriftliche Bestätigung des Händlers, dass die Steine aus legitimen Quellen stammen und im Einklang mit den UN-Resolutionen konfliktfrei sind. Steine aus nicht zertifizierten Quellen sind für mich ein absolutes Tabu. Jeder Diamant über einem Karat erhält zusätzlich ein Zertifikat von GIA oder IGI. Und zu jedem Stück lege ich eine handsignierte Echtheitskarte – mein persönliches Wort. Einer meiner wichtigsten Partner, eine Werkstatt, mit der wir intensiv zusammenarbeiten, ist seit über fünfzig Jahren Mitglied des Responsible Jewellery Council. Solche Beziehungen entstehen nicht über Nacht – sie sind das Ergebnis von Vertrauen über Jahrzehnte.

An den/die skeptischen Leser:in

Ich verstehe jede Vorsicht. Es gehört zu den größten Verfehlungen des modernen Marketings, dass Begriffe wie „nachhaltig" und „ethisch" durch Greenwashing entwertet wurden, um Menschen zu täuschen – schon Peter Drucker verstand Marketing als das ehrliche Verständnis des Kunden, das genaue Gegenteil von Täuschung. Wer heute skeptisch ist, hat gute Gründe. Doch im Juwelierhandwerk gilt ein einfaches Gesetz: Wer seine Kunden täuscht, existiert nicht lange. Meine Familie ist seit über siebzig Jahren in diesem Beruf. Ich führe die Online-Boutique erst seit einem Jahr, doch meine Verantwortung gilt nicht nur meinen Kund:innen, sondern auch diesem Erbe. Was ich heute aufbaue, möchte ich eines Tages an meine Kinder weitergeben – so, wie Wert, Wissen und Tradition in meiner Familie immer von einer Generation an die nächste übergeben wurden.

Warum das alles zusammengehört

Ein Schmuckstück, das ein Leben lang – und länger – getragen werden soll, darf keinen Schatten in sich tragen. Beständigkeit und Herkunft sind für mich zwei Seiten derselben Sache. Genau deshalb dürfen Sie ein Stück wie die Galaxie Blanche mit reinem Gewissen tragen: konfliktfrei, durch eine schriftliche Händlergarantie abgesichert, von Hand gefertigt und signiert. Das ist kein Zusatz, den ich verkaufe – es ist das Fundament, auf dem alles andere ruht.

Rosé ist geschaffen für Generationen.

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